Er ist nicht schmerzhaft - und gerade deshalb besonders gefährlich: der sogenannte Charcot-Fuß, von dem mittlerweile 16 % der etwa sechs Millionen Diabetiker betroffen sind - Tendenz steigend.
Im Rahmen einer sogenannten Neuropathie, der Erkrankung peripherer Nerven, löst sich der Fuß-Knochen auf und es kommt zusätzlich zu einer Nervendegeneration. Als Folge davon bricht das Fußskelett regelrecht ein, es entstehen groteske Fehlstellungen des Fußes, Druckschäden der Haut und Infektionen, an deren Ende die Amputationsgefahr droht. Auch wenn die Ursache dieser Erkrankung noch nicht bekannt ist, sind in den letzten Jahren Behandlungen entwickelt worden, die die Prognose entscheidend verbessert haben."Wichtig ist das frühzeitige Erkennen, möglichst vor Einbruch des Fußskeletts", so Professor Sigurd Keßler, Oberarzt der Chirurgischen Klinik am Klinikum der Universität München, Innenstadt. Bei begrenztem Einbruch kann man die Fehlstellungen des Fußes mit orthopädischem Schuhwerk korrigieren, bei schwerem Einbruch ist eine operative Korrektur notwendig. Hierbei gibt es zwei spezielle Operationstechniken: die Rekonstruktion der wesentlichen Fußachsen oder aber - bei Inkaufnahme von Verkürzung - die Teilversteifungen von Gelenken. Namensgeber des Charcot-Fußes ist der französische Neurologe Jean Martin Charcot, einer der Erstbeschreiber des entsprechenden Krankheitsbildes bei Syphiliskranken im 19. Jahrhundert.