Morbus Dupuytren ist eine krankhafte Veränderung an der Handinnenfläche. Erstmals diagnostiziert wurde sie vom französischen Mediziner Baron Guillaume Dupuytren, Leibarzt von Ludwig XVIII..Rund um die Hohlhandsehne wuchert Bindegewebe - zunächst nur spürbar als Verhärtung, schließlich aber auch sichtbar: der Finger steht immer mehr nach oben, lässt sich schließlich gar nicht mehr ausstrecken und es kommt zu einer Krallenstellung. Oft ist nur ein Finger betroffen, es können aber auch mehrere gleichzeitig sein. Männer bekommen das Leiden häufiger als Frauen. Die Krankheit tritt bevorzugt nach dem 50. Lebensjahr auf. Die Ursache dieser Erkrankung ist bislang ungeklärt, doch weiß man inzwischen, dass die genetische Disposition eine gewisse Rolle spielt. Starker Alkoholkonsum erhöht das Krankheitsrisiko. Eine Vorbeugung gibt es nicht.

Man unterscheidet vier Stadien des Morbus Dupuytren. Ab Stadium drei wird in der Regel eine Operation empfohlen. Manchmal kann sie ambulant durchgeführt werden, aber kompliziertere Eingriffe erfordern einen stationären Aufenthalt - oftmals unter Vollnarkose oder alternativ dazu mit Plexusanästhesie (Injektion in die Achselhöhle) in Verbindung mit einem Schlafmittel.

Die Operation birgt viele Risiken: Nerven und Arterien können verletzt werden, denn sie liegen dicht neben dem wuchernden Gewebe, das herausgetrennt wird. Grundsätzlich sollte der Eingriff nur von einem Spezialisten durchgeführt werden. Wichtig für den Erfolg: während der OP wird der Blutfluss in der Hand gestoppt, da sonst die Gefahr besteht, dass durch den Eingriff die Feindurchblutung oder das Gefühl in der Hand gestört wird. Außerdem muss mit Lupenbrille und Mikroskop gearbeitet werden. Um eine glatte und ästhetische Handinnenfläche zu erhalten, bedienen sich Fachchirurgen der sogenannten Z-Plastik. Dabei wird die Haut so ineinander verschränkt, dass eine gleichmäßige Oberfläche entsteht. Alles in allem ein komplizierter Eingriff, der häufig unterschätzt wird.

Im Anschluss an die Operation folgen sechs Wochen ergotherapeutische Behandlung. Sie kann ambulant durchgeführt werden und dauert täglich eine halbe Stunde. Dabei wird die Narbe massiert und die Beweglichkeit der Finger trainiert. Wenn Operation und Rehabilitation fachgerecht durchgeführt werden, ist die Hand nach einigen Monaten kosmetisch und funktional wieder voll hergestellt.