Mit einer Inzidenz von 12,8/100.000 ist das Ovarialkarzinom die sechsthäufigste Krebserkrankung der Frau. In Deutschland erkranken etwa 8.400 Frauen jährlich an einem bösartigen Tumor der Eierstöcke. Mit zunehmendem Alter steigt die Inzidenz des Ovarialkarzinoms bis auf 54/100.000 an.
Die Prognose des Ovarialkarzinoms ist in erster Linie abhängig vom Stadium der Erkrankung zum Zeitpunkt der Erstdiagnose. Wird das Ovarialkarzinom in einem lokal begrenzten Stadium (Stadium I) erkannt, liegt die Fünfjahres-Überlebensrate bei 80-90%. Im Stadium II beträgt die Fünfjahres-Überlebensrate 50-60%, im Stadium III und IV sind die Ergebnisse noch schlechter. Etwa drei Viertel der Fälle werden erst in den fortgeschrittenen Stadien III und IV diagnostiziert, da keine charakteristischen Frühsymptome auftreten und bisher kein Screening für Eierstockkrebs etabliert ist.
Zur Diagnostik des Ovarialkarzinoms dient die gynäkologische Untersuchung in Verbindung mit bildgebenden Verfahren wie beispielsweise transvaginalem Ultraschall, eventuell in Verbindung mit Blutuntersuchungen des Tumormarkers CA-125.
Zwei Drittel der Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom können nicht geheilt werden. Im Jahr 1998 starben in Deutschland 6.027 Frauen an einem Ovarialkarzinom. Das Ovarialkarzinom ist somit in Relation zur Anzahl der Erkrankten die führende Todesursache unter den gynäkologischen Tumoren.
Die Primärtherapie des Ovarialkarzinoms besteht aus einer möglichst vollständigen Entfernung des Tumorgewebes. Standard ist heute die Längsschnitt-Laparatomie mit dem Ziel der vollständigen Tumorentfernung bzw. einer maximalen Größe der Resttumoren von weniger als 1cm. Je weniger Resttumor verbleibt, desto besser ist die weitere Prognose. Anschließend an die Operation wird fast immer eine Chemotherapie durchgeführt. Konnte der Tumor vollständig entfernt werden, so spricht man von einer "adjuvanten" Chemotherapie, deren Ziel die Heilung ist. Bei verbleibenden Tumorresten soll die Chemotherapie die Tumormasse verkleinern und die Überlebenszeit verlängern. Kann keine Heilung erzielt werden, so bezeichnet man dies als "palliative" Chemotherapie.

Zwei Drittel der Patientinnen erleiden ein Rezidiv oder sprechen nicht auf die Chemotherapie mit Platin/Paclitaxel an. Für Patientinnen mit fortschreitender Erkrankung während der First-line-Therapie oder einem Rezidiv innerhalb des ersten halben Jahres nach Abschluß der Primärbehandlung (Platin-refraktäre Patientinnen) stehen nur noch wenige therapeutische Optionen zur Verfügung. Eine Operation ist nicht sinnvoll und eine erneute Platintherapie sowie eine andere Kombinations-Chemotherapie erbringen keinen Vorteil. So wird in dieser Situation eine Mono-Chemotherapie durchgeführt.
Patientinnen, die nach mehr als 6 Monaten ein Rezidiv nach ursprünglich erfolgreicher Chemotherapie erleiden (Platin-sensible Patientinnen), sprechen in der Regel auf eine Wiederbehandlung mit Platin und Paclitaxel an. Alternativ kann hierzu auch die Kombination Carboplatin und Gemcitabine verwendet werden. Ob diese Kombinationsbehandlungen weiter optimiert werden können, wird derzeit in klinischen Studien überprüft.