Die Parkinson-Krankheit ist die häufigste neurologische Erkrankung des fortgeschrittenen Lebensalters: derzeit leiden rund 250.000 überwiegend ältere Menschen in Deutschland an der bisher unheilbaren Erkrankung des zentralen Nervensystems. Parkinson gilt als klassische Alterskrankheit, doch die Betroffenen sind zunehmend jünger, immer mehr Menschen unter 40 Jahren erkranken am Parkinson-Syndrom.
Die Parkinson-Erkrankung ist eine Krankheit, bei der es zu einem fortschreitenden Verlust bestimmter Zellen (dopaminproduzierender Zellen) des Gehirns kommt. Dadurch kann das Hormon Dopamin nicht mehr in ausreichender Menge produziert werden. Ohne die richtige Menge an Dopamin kann sich der Mensch nicht mehr richtig bewegen. Es kommt zu den klassischen Symptomen mit Bewegungsarmut bzw. -verlangsamung (Akinese), Muskelsteifheit (Rigor) und Zittern (Tremor).
Beim Morbus Parkinson treten Schlafstörungen auf, die sowohl durch die Erkrankung selbst, als auch durch die Pharmakotherapie bedingt sind. Auch Begleitfaktoren wie Alter, Depression und Psychose können zu diesen Störungen beitragen. Nahezu zwei Drittel der Patienten mit Morbus Parkinson beklagen Schlafstörungen, 70 Prozent haben Probleme beim Durchschlafen. Eine wichtige Schlafstörung stellt die REM (rapid eye movement) Sleep Behavior Disorder (RBD) dar, die vom Patienten selbst oft nicht beklagt, sondern von Angehörigen berichtet wird. Wegen der möglichen Selbst- und Fremdgefährdung mit Sprechen im Schlaf, Um-sich-Schlagen und violentem Verhalten ist es jedoch wichtig, diese Störung durch konkretes Erfragen in jedem Fall zu erfassen. Sie kann auch als Frühsymptom einer neurodegenerativen Erkrankung auftreten. Weitere motorische Störungen bei Parkinson Patienten sind die nächtliche Akinese, eine Bewegungshemmung, bedingt durch den Dopaminmangel, und das Restless-Legs-Syndrom. Dabei stellt sich eine Unruhe der Beine meist beim Einschlafen, verbunden mit regelmäßigen unwillkürlichen Muskelzuckungen ein. Diese Symptome können Tiefschlafphasen verhindern und zu häufigen Schlafunterbrechungen führen.
Medikamentöse Behandlung
Eine effektive medikamentöse Behandlung der Parkinson-Krankheit ist seit den 70er Jahren mit dem Medikament L-Dopa verfügbar. Die medikamentöse Behandlung der Parkinson-Erkrankung ist in der Regel über viel Jahre so erfolgreich, dass der Patient kaum eine Beeinträchtigung erleidet. Jedoch kann es nach fünf bis zehn Jahren zu Unregelmäßigkeiten der Bewegungsfähigkeit kommen, die sich zunächst durch andere Verteilung der Medikamentengabe bessern lassen. Im weiteren Verlauf sind diese Schwankungen jedoch kaum beherrschbar und werden sogar von Zuständen mit massiver Überbeweglichkeit gekennzeichnet. So schwankt der Patient zwischen Unterbeweglichkeit (Akinese) und deutlicher Überbewegung, wodurch eine Teilnahme am normalen Leben in vielen Fällen nicht mehr möglich ist. Bei der Parkinson-Erkrankung wird das Gehen stockend, die Schritte werden kurz, die Haltung gebeugt und wenn der Patient zur Ruhe kommt, tritt meistens ein lästiges Zittern (Tremor) der Hände und Beine hinzu.
Operative Behandlungsmöglichkeit - die Tiefenhirnstimulation
Neue Erkenntnisse über die Funktion einzelner Hirnareale und Fortschritte der Mikroelektronik haben eine Behandlung von Bewegungsstörungen mit der elek-trischen Tiefenhirnstimulation ermöglicht.
Sie gilt heute schon als anerkannte neurochirurgische Behandlung fortgeschrittener Parkinson-Erkrankungen.
Im Gehirn wird stereotaktisch eine Sonde plaziert, die auf Dauer in dem Kerngebiet belassen wird und über ein Kabel mit einem unter der Haut im Brustbereich eingesetzten Impulsgeber verbunden wird. Die Besserung der Akinese und des Tremors zeigt sich besonders in einer Normalisierung des Gehens und einer Besserung der Handbewegungen. Die Patienten gewinnen an Bewegungsfreiheit, da sie nicht mit plötzlich auftretenden Zuständen von Unbeweglichkeit rechnen müssen. Bei manchen jüngeren Patienten kann die Tiefenhirnstimulation die Arbeitsfähigkeit sichern oder sie wiederherstellen. Auch reduziert sich durch die Operation der Medikamentenbedarf bis auf die Hälfte, wodurch eine Kostenersparnis eintritt. Durch die Tiefenhirnstimulation ist die Therapie der Bewegungsstörungen um ein sehr wirksames Werkzeug erweitert worden. Da Nebenwirkungen und Komplikationen selten, und wenn sie auftreten, in der Regel beherrschbar sind, kann die Behandlung als risikoarm gelten.