Die Schizophrenie gehört zu einer Gruppe psychischer Erkrankungen, die zu tiefgreifenden Veränderungen der Wahrnehmung, des Denkens, Verhaltens und Gefühlserlebens führen. Bei der Ursache der Schizophrenie geht man heute von einer biologischen Vulnerabilität (Verletzlichkeit / Anfälligkeit) aus, die durch unterschiedliche Faktoren bedingt wird wie eine genetische Veranlagung, Infektionserkrankungen in der Schwangerschaft oder Geburtskomplikationen. Von entscheidender Bedeutung ist vermutlich eine Neurotransmitterstörung im Gehirn. Neurotransmitter sind chemische Botenstoffe, die Nervensignale im Gehirn weiterleiten. Viele Befunde deuten auf eine Überproduktion bzw. Überaktivität des Botenstoffs Dopamin hin. Eine akute Krankheitsepisode entwickelt sich häufig in einer belastenden Lebenssituation.

Vincent van Gogh, Isaac Newton, August Strindberg, Friedrich Hölderlin, Nobelpreisträgers John F. Nash ("A beautiful mind") haben herausragende Werke geschaffen und litten mit großer Wahrscheinlichkeit an Schizophrenie - ein Beispiel dafür, dass Symptome der Schizophrenie mit hoher künstlerischer oder intellektueller Begabung einhergehen können. Dennoch assoziieren viele Menschen auch heute noch Schizophrenie mit Schwachsinn oder fortschreitendem geistigen Verfall.

Erklärtes Ziel der Therapie schizophrener Psychosen ist die Optimierung der Lebensqualität. Ein Grundpfeiler der Behandlung schizophrener Erkrankungen ist daher die medikamentöse Therapie, die das gestörte Transmittergleichgewicht im Gehirn normalisieren soll. Die Medikamente können die Erkrankung zwar nicht heilen, aber die Symptome wie Erregung, Wahn oder Denkstörungen unterdrücken und damit dem Patienten helfen, wieder einen Bezug zur Realität herzustellen. Darüber hinaus verringern sie vor allem die Gefahr von Rückfällen.

In der klinischen Praxis ist weniger bekannt, dass psychotische Störungen auch psychotherapeutisch erfolgreich behandelt werden können, so dass der Psychotherapie ein wichtiger Stellenwert im Gesamtbehandlungsplan zukommt. Ziel ist es, Strategien zu vermitteln, die Krankheit besser in den Griff zu bekommen, den Alltags besser zu bewältigen und bei Belastungen und in Krisensituationen richtig zu reagieren. Darüber hinaus sollen soziale Isolation und krankheitsbedingte Brüche in der persönlichen Entwicklung des Patienten vermieden bzw. so gering wie möglich gehalten werden.