Prozesskostenrechnung für indirekte Leistungsbereiche

Die Prozesskosten-Rechnung bildet die Kosten der indirekten Leistungsbereiche ab. Dies sind beispielsweise Logistik, Vertrieb, Marketing oder Beschaffung. Damit soll eine Verteilung jener Gemeinkosten ermöglicht werden, die beanspruchungsgerechter ist. Die Grundlage dieser Rechnung stammt aus den USA (Activity Based Costing). Sie unterscheidet sich jedoch in dem Aspekt, dass sie auf den Aktivitäten zusammensetzender Prozesse basiert und nicht auf den Aktivitäten selbst.

Die Prozesskosten-Rechnung wird auch PKR abgekürzt. Es handelt sich dabei um eine Vollkostenrechnung. Sie unterscheidet leistungsmengenneutrale Kosten (fixe Kosten) und leistungsmengeninduzierte Kosten (variable Kosten). Auf die Kostenträger verrechnet werden sowohl fixe Kosten als auch variable Kosten. Es macht allerdings nur Sinn, die prozessabhängigen, variablen Kosten in den Fokus zu nehmen, wenn man eine Entscheidungsfindung beziehungsweise eine Kalkulation in die Tat umsetzen möchte. Solche Gemeinkosten, die sich auf die indirekten Leistungsbereiche beziehen, werden von der PKR einer Analyse unterzogen. Dabei wird die Leistungserstellung aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, und zwar hin zu einer Betrachtungsweise, die kostenstellenübergreifend ist, und weg von der kostenstellenweisen Zuordnung der Kosten. Die flexible Grenzplankostenrechnung kann von der PKR allerdings nicht komplett ersetzt werden. Deshalb bildet die PKR auch kein eigenständiges Kostenrechnungssystem ab. Stattdessen werden herkömmliche Systeme um eine verbesserte Gemeinkostenverteilung ergänzt.

Beispielsweise durch komplexere Produktionsmethoden und Produkte (daraus resultiert höherer Aufwand für Steuerung und Planung der Produktion) und durch höhere Variantenvielfalt ist der Gemeinkostenblock in den letzten Jahren stetig nach oben geschnellt. Über Zuschlagssätze auf die Einzelkosten in Bezug auf die Kostenträger wurden die Gemeinkosten von den herkömmlichen Kostenrechnungssystemen verrechnet. Bei sehr hohen Zuschlagssätzen kann man die so ermittelten Produktkosten jedoch nur eingeschränkt als Indikator verwenden. Dies würde zu strategischen und operativen Fehlentscheidungen führen. Bildquelle: Tony Hegewald  / pixelio.de

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